Die regulierenden Prinzipien

Göttliche Regulierungen

 

Die vedischen Schriften bieten umfassende Anleitungen, um das Leben im Einklang mit den göttlichen Prinzipien zu führen. Diese regulierenden Prinzipien sind nicht nur Verhaltensregeln, sondern dienen dazu, die Seele von materiellen Anhaftungen zu lösen, das Bewusstsein zu reinigen und spirituelle Fortschritte zu ermöglichen. Indem sie die Sinne kontrollieren und die Einhaltung ethischer Werte fördern, helfen sie dem Menschen, ein Leben der Hingabe an Gott zu führen und den Kreislauf von Karma und Wiedergeburt zu durchbrechen. Diese Prinzipien sind universell, werden jedoch in verschiedenen Religionen und spirituellen Traditionen unterschiedlich interpretiert und ergänzt.

Die vier zentralen Einschränkungen, die in den vedischen Schriften hervorgehoben werden, bilden die Grundlage eines spirituell orientierten Lebens und fördern Reinheit, Selbstdisziplin und die Annäherung an das Göttliche.

Die vier regulierenden Prinzipien

  1. Kein Fleischverzehr
    • Vedische Grundlage:
      Die Veden lehren Ahimsa (Gewaltlosigkeit), das Prinzip, keinem Lebewesen Schaden zuzufügen. Im Manusmriti (5.48) heißt es:
      „Man soll kein Fleisch essen, das durch Gewalt gewonnen wurde, denn wer Gewalt anwendet, wird selbst Gewalt ernten.“
      Der Verzicht auf Fleischkonsum fördert Mitgefühl und Respekt gegenüber allen Lebewesen, die in den vedischen Schriften als Seelen angesehen werden, die denselben Ursprung wie der Mensch haben.
    • Spirituelle Bedeutung:
      Fleischverzehr verstärkt materielle Begierden und Unwissenheit (Tamas). Der Verzicht hilft, das Herz zu reinigen und das Bewusstsein auf die spirituelle Wahrheit auszurichten.
  2. Kein Sex außerhalb der Ehe
    • Vedische Grundlage:
      Im Bhagavatam (7.11.8-12) wird die Kontrolle der Sinne als Voraussetzung für spirituelles Wachstum beschrieben. Sex außerhalb der Ehe wird als Ausdruck von Lust und Gier betrachtet, die das Bewusstsein verunreinigen und den Menschen an die materielle Welt binden.
    • Spirituelle Bedeutung:
      Die Kontrolle der Sexualität fördert Reinheit und Disziplin und hilft, die Energie auf spirituelle Praktiken wie Meditation und Hingabe zu konzentrieren. Eheliche Bindungen, die auf Liebe und gegenseitigem Respekt basieren, gelten als heilig und im Einklang mit dem göttlichen Plan.
  3. Keine Rauschmittel
    • Vedische Grundlage:
      Rauschmittel, darunter Alkohol, Drogen und Tabak, werden in den Veden als Hindernisse für spirituelles Wachstum betrachtet, da sie den Geist vernebeln und die Intelligenz schwächen. In der Bhagavad Gita (6.16-17) wird betont, dass ein ausgeglichener Lebensstil notwendig ist, um Fortschritte im Yoga und in der Hingabe zu machen.
    • Spirituelle Bedeutung:
      Rauschmittel führen zu Kontrollverlust und begünstigen die Neigung zu unethischen Handlungen. Sie verhindern Klarheit im Denken und lenken vom Ziel der Selbsterkenntnis ab.
  4. Keine Spekulationen und kein Glücksspiel
    • Vedische Grundlage:
      Glücksspiel und Spekulationen fördern Gier, Täuschung und materielle Anhaftung. Im Manusmriti (7.50) wird Glücksspiel ausdrücklich als zerstörerisch für soziale Ordnung und persönliche Moral verurteilt.
    • Spirituelle Bedeutung:
      Der Geist soll auf sinnvolle Tätigkeiten und ehrlichen Verdienst konzentriert sein. Glücksspiel verführt zu exzessivem Verlangen nach Reichtum und lenkt den Menschen von seinem spirituellen Ziel ab.

Ergänzungen aus den vedischen Schriften

In den vedischen Schriften werden diese Prinzipien mit weiteren Empfehlungen ergänzt, die ebenfalls auf Reinheit und spirituelles Wachstum abzielen, z. B.:

  • Regelmäßiges Chanten heiliger Namen (Nama-Sankirtana):
    In der Bhagavad Gita (9.27) wird empfohlen, alle Handlungen, einschließlich Essen und Arbeit, Gott zu widmen. Das Chanten heiliger Namen, wie des Hare Krishna Maha-Mantra, hilft, das Bewusstsein zu reinigen.
  • Ahimsa (Gewaltlosigkeit):
    Gewaltlosigkeit erstreckt sich nicht nur auf physische Handlungen, sondern auch auf Worte und Gedanken. Dieses Prinzip stärkt Mitgefühl und Harmonie.
  • Einfachheit und Genügsamkeit:
    Im Bhagavatam (1.2.10) wird erklärt, dass wahres Glück nicht in materiellen Anhäufungen liegt, sondern in der Ausrichtung des Geistes auf Gott.

Universelle Anwendung der Prinzipien

Die vier regulierenden Prinzipien werden in verschiedenen Religionen und spirituellen Traditionen unterschiedlich interpretiert, jedoch bleibt ihr Ziel universell: Sie helfen dem Menschen, ein Leben der Selbstdisziplin, Reinheit und Hingabe zu führen. Diese Prinzipien fördern nicht nur individuelles Wohlbefinden, sondern auch Harmonie in der Gesellschaft und mit der Natur.