Gebete
Gebete als Kommunikation mit Gott
Gebete stellen die direkte Kommunikation des Menschen mit Gott dar. In den meisten Fällen sind sie uns als Bitten oder Fürbitten vertraut. Aus der Perspektive unseres oft egoistischen Bewusstseins erscheint es nachvollziehbar, Gott darum zu bitten, unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Doch auf subtile Weise stellen wir mit solchen Gebeten die Allmacht Gottes infrage, indem wir den aktuellen Zustand als unvollkommen oder unbefriedigend wahrnehmen und durch unser Drängen versuchen, Gott zu einem gewünschten Zustand zu bewegen.
Wer jedoch Gott als den allmächtigen Schöpfer anerkennt, erkennt auch, dass jede Situation, die uns begegnet, von Gott bewusst für uns bestimmt ist. Es liegt daher nicht an Gott, die Umstände zu ändern, sondern an uns, unser Bewusstsein auf die Gegebenheiten auszurichten und Gott für diesen scheinbar unvollkommenen Zustand zu danken.
Gebete, die in diesem Geist der Dankbarkeit gesprochen werden, wirken wie die Bitten eines Kindes an seine Eltern. Manchmal werden sie rasch erfüllt, manchmal verzögert, und manchmal erweisen sich die Wünsche als überflüssig, weil sich die Umstände oder unser Verlangen geändert haben. Ebenso wie Eltern, die auf wiederholtes Betteln oder Nörgeln ihrer Kinder genervt reagieren, könnten auch unsere andauernden egoistischen Forderungen ermüden. Doch Gott ist großzügiger, barmherziger und geduldiger als jede irdische Mutter oder jeder Vater.
Es ist jedoch weit kraftvoller und segensreicher, Gott zu lobpreisen und ihm für alles zu danken. Solche Gebete heben unser Bewusstsein, stärken unsere Beziehung zu Gott und zeigen ihm unsere Wertschätzung.
Im Folgenden werden Beispiele für Gebete vorgestellt, die in dieser Haltung der Dankbarkeit und des Lobpreises formuliert wurden. Sie bewahren den gleichen Inhalt, richten jedoch unseren Fokus auf die Anerkennung von Gottes unermesslicher Liebe und Fürsorge.