Zu meiner Person

Über mich

Warum ich mich mit Gott, Bewusstsein und der Frage nach dem Menschen beschäftige

Ich bin ein anderer Mensch geworden, nachdem ich meinen eigenen Tod überlebt habe.

Diese Aussage klingt dramatisch. Für mich markiert sie jedoch keinen plötzlichen Beginn meiner Beschäftigung mit Gott. Die Fragen waren schon sehr viel früher da.

Mein Herztod hat sie nicht geschaffen.

Er hat ihnen eine Dringlichkeit gegeben, der ich nicht mehr ausweichen konnte.

Die Fragen begannen in meiner Kindheit

Eigentlich hatte ich eine sorgenfreie Kindheit. Ich hatte liebevolle und fürsorgliche Eltern, uns ging es gut und mir fehlte es an wenig.

Und trotzdem gab es Fragen, die mich schon damals beschäftigten und manchmal regelrecht beunruhigten.

Wo beginnt das Universum?

Wo endet es?

Was befindet sich dahinter?

Wer oder was ist Gott?

Wo ist Gott?

Und was geschieht mit mir, wenn ich sterbe?

Es waren keine systematischen philosophischen Fragen. Ich hatte weder die Begriffe noch das Wissen dafür. Es war eher dieses schwer zu beschreibende Gefühl, dass hinter der unmittelbar sichtbaren Wirklichkeit noch etwas liegen musste, das ich nicht verstand.

Irgendwann wurden andere Dinge wichtiger.

Das Leben begann.

Dann kam das ganz normale Leben

Die ersten Erfahrungen mit Beziehungen und Sexualität, die Begegnung mit Macht und Gewalt, Berufswahl, Geld, Karriere und der Wunsch, etwas aus meinem Leben zu machen.

Ich wollte erfolgreich sein.

Ich reiste viel, lebte intensiv, hatte Beziehungen und Liebschaften. Es folgten eine gescheiterte Ehe, berufliche Herausforderungen, Existenzängste und finanzielle Rückschläge.

Vieles gelang.

Vieles ging schief.

Und ich selbst war daran keineswegs unbeteiligt.

Ich habe Menschen verletzt. Ich habe Grenzen überschritten. Ich war egoistisch und habe Entscheidungen getroffen, die ich heute anders treffen würde.

In meiner früheren Beschreibung meines Lebens schrieb ich einmal, Gott habe mir viele Fettnäpfchen aufgestellt, in die ich dann beherzt hineingetreten sei.

Heute würde ich das nicht mehr so formulieren.

Ich weiß nicht, ob Gott mir bestimmte Ereignisse geschickt hat, damit ich daraus etwas lerne. Und ich halte es inzwischen für problematisch, jedes unangenehme Ereignis nachträglich als gezielte Lektion Gottes zu interpretieren.

Was ich sagen kann, ist etwas anderes:

Ich habe gehandelt. Meine Handlungen hatten Folgen. Und ich musste lernen, diese Folgen anzusehen und Verantwortung für meinen Anteil daran zu übernehmen.

Diese Unterscheidung ist für mein heutiges Denken wesentlich geworden.

Eine ungewöhnliche Lehrerin

In dieser Lebensphase lernte ich eine ältere Frau kennen, die sich mit Wahrsagerei und spirituellen Fragen beschäftigte.

Sie wurde für ungefähr 25 Jahre eine wichtige Begleiterin meines Lebens.

Meine heutige spirituelle Sicht unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von dem Weltbild, in dem ich mich damals bewegte. Trotzdem gehört diese Frau zu meinem Weg, und es wäre falsch, ihre Bedeutung nachträglich umzudeuten.

Sie half mir zunächst ganz praktisch bei Entscheidungen.

Mit der Zeit wurde etwas anderes wichtiger.

Sie brachte mich dazu, mich mit meinem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen. Sie half mir, auf Menschen zuzugehen, denen ich Leid zugefügt hatte. Sie half mir, mich zu entschuldigen und gleichzeitig zu lernen, auch mich selbst trotz meiner Fehler wieder anzunehmen.

Vor allem konfrontierte sie mich immer wieder mit einer einfachen, aber unangenehmen Wahrheit:

Es ist leichter, den Schmutz vor der Tür eines anderen Menschen zu sehen, als den eigenen zu beseitigen.

Ich wollte damals selbst anderen Menschen helfen. Ich wollte verstehen, wie das Leben funktioniert, und irgendwann anderen erklären können, wie sie ihr eigenes Leben besser führen könnten.

Ihre Antwort darauf war sinngemäß:

Kümmere dich zunächst um deine eigenen Aufgaben.

Damit hatte ich tatsächlich genug zu tun.

Denn der Wunsch, anderen zu helfen, kann ebenso vom eigenen Ego geprägt sein wie viele offensichtlich egoistische Handlungen.

Aus Überzeugung kann Überheblichkeit werden.

Aus Hilfsbereitschaft kann Einmischung werden.

Aus Entschlossenheit kann Rücksichtslosigkeit werden.

Und aus dem Wunsch, einem anderen Menschen den richtigen Weg zu zeigen, kann die Weigerung entstehen, den eigenen Weg kritisch zu betrachten.

Diese Erkenntnis begleitet mich bis heute.

Irgendwann sagte sie mir, meine Ausbildung bei ihr sei abgeschlossen. Es erwarte mich eine Erbschaft, die mich glücklich machen würde.

Wenige Wochen später starb sie.

Vielleicht war das, was sie mir hinterließ, tatsächlich eine Form von Erbschaft.

Nicht materiell.

Aber sie hatte mich gelehrt, Fragen zu stellen.

Für mich war sie ein Geschenk meines Lebens.

Dann blieb mein Herz stehen

Nur wenige Monate später saß ich in einem Taxi in Berlin.

Mein Herz blieb plötzlich stehen.

Ein Herztod.

Mehrere Minuten war ich ohne Lebenszeichen, bevor mit der Reanimation begonnen werden konnte. Erst nach mehreren Versuchen begann mein Herz wieder zu schlagen.

Es folgten Koma, medizinische Eingriffe und eine Situation, in der keineswegs sicher war, ob und mit welchen Einschränkungen ich dieses Ereignis überleben würde.

Als ich nach einigen Tagen wieder zu Bewusstsein kam, gehörte meine erste klare Erinnerung nicht dem Krankenhaus.

Ich erinnerte mich an ein außerordentlich schönes, warmes und friedliches Gefühl.

Meine erste bewusste Reaktion war, mir die Bettdecke über den Kopf zu ziehen.

Ich wollte zurück.

Zurück zu diesem Zustand, an den ich mich erinnerte.

Was während dieser Minuten tatsächlich geschehen ist, kann ich nicht beweisen.

Ich kann nicht wissenschaftlich feststellen, was dieses Erlebnis war. Und ich möchte aus meiner persönlichen Erfahrung keinen Beweis für ein Leben nach dem Tod oder für die Existenz Gottes konstruieren.

Ich kann nur sagen:

Diese Erfahrung hat mein Verhältnis zum Leben und zum Tod grundlegend verändert.

Dass ich heute trotz der damaligen Prognosen mein Leben weitgehend ohne die befürchteten Einschränkungen führen kann, empfinde ich als Geschenk.

Aber nach meiner Rehabilitation war etwas anders.

Die Fragen meiner Kindheit waren wieder da.

Diesmal ließen sie sich nicht mehr verdrängen.

Warum bin ich noch hier?

Ich begann meine Aufzeichnungen aus rund 25 Jahren Lebensbegleitung aufzuarbeiten.

Und ich stellte Fragen.

Viele Fragen.

Warum musste ich sterben?

Warum konnte ich weiterleben?

Was geschieht beim Tod?

Was ist Bewusstsein?

Warum kann ein Körper vorhanden sein und trotzdem kein Leben mehr in ihm sein?

Was unterscheidet Leben von Materie?

Bin ich tatsächlich dieser Körper?

Was geschieht mit dem, was ich als mein „Ich“ erlebe?

Und schließlich:

Was ist der Sinn meines Lebens?

Aus einer früher eher philosophischen Neugier war eine existenzielle Suche geworden.

Ein Buch, das ich längst wieder vergessen hatte

In dieser Zeit fiel mir ein Buch wieder in die Hände, das ich viele Jahre zuvor gekauft hatte:

die Bhagavad-gītā Wie Sie Ist in der Übersetzung und Kommentierung von A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupāda.

Mein erster Versuch mit diesem Buch war wenig erfolgreich gewesen.

Ich las einige Seiten über einen jungen Mann, der auf einem Schlachtfeld stand und nicht gegen seine Verwandten kämpfen wollte.

Ich ordnete das Ganze unter „Hinduismus“ ein.

Und damit war das Thema für mich als damals christlich geprägten Menschen weitgehend erledigt.

Mit der vermeintlichen indischen „Vielgötterei“ wollte ich wenig zu tun haben.

Andere spirituelle und esoterische Richtungen erschienen mir zeitweise interessanter. Ich beschäftigte mich mit unterschiedlichen Vorstellungen von Bewusstsein, Spiritualität und Okkultismus. Auch Autoren wie Crowley und Bardon gehörten zu dieser Suche.

Ich habe auf diesem Weg wenig ausgelassen.

Heute beurteile ich vieles davon anders.

Aber auch das gehört zu meiner Geschichte.

Beim zweiten Lesen war es ein anderes Buch

Nach meinem Herztod nahm ich die Bhagavad-gītā erneut zur Hand.

Das Buch war dasselbe.

Der Leser war ein anderer geworden.

Plötzlich sah ich nicht mehr nur Arjuna auf einem Schlachtfeld.

Ich sah einen Menschen in einer existenziellen Entscheidungssituation.

Seine Beziehungen, seine Pflichten, seine Gefühle, seine Vorstellungen von richtig und falsch und seine Identität gerieten miteinander in Konflikt.

Und Kṛṣṇa beantwortete diesen Konflikt nicht einfach mit einer Handlungsanweisung.

Die Antwort begann viel tiefer:

Wer bist du eigentlich?

Damit begann für mich eine Auseinandersetzung, die mehr als zehn Jahre dauern sollte – und die bis heute nicht beendet ist.

Mehr als zehn Jahre vedische Texte

Es folgten Jahre des Lesens.

Und des Wiederlesens.

Denn ich musste feststellen, dass Lesen und Verstehen zwei sehr unterschiedliche Dinge sind.

Begriffe wie Ātmā, Paramātmā, Karma, Dharma, Ahaṅkāra, Prakṛti, die Guṇas oder Bhakti lassen sich schnell übersetzen.

Damit sind sie aber noch lange nicht verstanden.

Ich las die Bhagavad-gītā und beschäftigte mich zunehmend mit dem Śrīmad-Bhāgavatam und den Erklärungen Prabhupādas.

Dabei entstand kein fertiges Weltbild innerhalb weniger Monate.

Manche Zusammenhänge erschlossen sich mir erst nach Jahren.

Andere musste ich mehrfach neu denken.

Und einige Aussagen, die ich früher aus den Schriften abzuleiten glaubte, würde ich heute nicht mehr so formulieren.

Denn irgendwann verändert sich die Frage.

Man fragt nicht mehr nur:

Was steht dort?

Sondern:

Was bedeutet das eigentlich, wenn es wahr ist?

Information ist nicht Erkenntnis

Wenn ich lese, dass ich nicht mein Körper, sondern Ātmā, die Seele, bin, kann ich diesen Satz innerhalb weniger Sekunden verstehen.

Aber habe ich ihn damit verwirklicht?

Was verändert sich tatsächlich, wenn ich mich nicht mehr ausschließlich mit meinem Körper identifiziere?

Was bedeutet Karma, wenn ich Verantwortung nicht nur als gesellschaftliche Konvention, sondern als grundlegenden Zusammenhang von Handlung und Wirkung begreife?

Was bedeutet freier Wille, wenn meine Wünsche gleichzeitig durch Erfahrungen, Prägungen und die Guṇas beeinflusst werden?

Was bedeutet Loslassen?

Was bedeutet Dharma?

Und was bedeutet Hingabe an Gott, ohne den eigenen individuellen Willen zu vernichten?

Solche Fragen lassen sich nicht durch die Menge verfügbarer Informationen beantworten.

Information kann innerhalb von Sekunden verfügbar sein. Erkenntnis benötigt manchmal Jahre.

Mein Verständnis der vedischen Texte, mein Glaube und die Veränderungen meines eigenen Bewusstseins entstanden in dieser langen persönlichen Auseinandersetzung.

Künstliche Intelligenz spielte dabei keine Rolle.

Sie existierte für meine Arbeit in dieser Form noch gar nicht.

Dann kam die künstliche Intelligenz

Erst wesentlich später kam ein Werkzeug hinzu, das meine Arbeitsweise grundlegend verändern sollte.

Künstliche Intelligenz.

Nicht meinen Glauben.

Nicht meine spirituelle Erfahrung.

Nicht mein Bewusstsein.

Und auch nicht die Erkenntnisse, die aus mehr als zehn Jahren persönlicher Beschäftigung mit den vedischen Schriften entstanden waren.

Was sich veränderte, war etwas anderes:

der erreichbare Informations- und Vergleichsraum.

Plötzlich konnte ich Fragen, die mich teilweise jahrelang beschäftigt hatten, innerhalb kurzer Zeit aus sehr unterschiedlichen Perspektiven untersuchen.

Ich konnte fragen:

Findet sich meine Annahme tatsächlich so in den vedischen Quellen?

Wie erklärt Prabhupāda denselben Begriff an verschiedenen Stellen?

Habe ich einen Text möglicherweise zu weit interpretiert?

Gibt es Aussagen, die meiner bisherigen Vorstellung widersprechen?

Wo endet die Aussage einer Quelle und wo beginnt bereits meine eigene Interpretation?

Und irgendwann kam eine weitere Ebene hinzu:

Wie beschreiben eigentlich andere Religionen dieselben grundlegenden Fragen?

Die Veden und die anderen Religionen

Die vedischen Schriften bilden heute die Grundlage meines spirituellen Weltverständnisses.

Nicht, weil ich alle anderen Religionen für bedeutungslos halte.

Im Gegenteil.

Gerade durch die intensive Beschäftigung mit den Veden wurde für mich die Frage interessant, wie Judentum, Christentum und Islam Gott, Seele, freien Willen, Verantwortung, göttliche Führung, Hingabe und die Beziehung zwischen Mensch und Gott beschreiben.

Künstliche Intelligenz hat diesen Vergleich erheblich erweitert.

Nicht indem sie entscheidet, welche Religion „recht hat“.

Sondern indem sie ein Informationsfeld zugänglich macht, in dem Texte, Begriffe und theologische Strukturen miteinander verglichen werden können.

Dabei interessiert mich nicht, Unterschiede künstlich zu beseitigen.

Wenn zwei Religionen unterschiedliche Aussagen machen, müssen diese Unterschiede bestehen bleiben.

Interessanter ist die Frage:

Beschreiben unterschiedliche religiöse Traditionen möglicherweise vergleichbare Grundstrukturen aus unterschiedlichen Perspektiven?

Und ebenso:

Wo unterscheiden sie sich tatsächlich in ihrem Gottes-, Menschen- und Weltverständnis?

Für mich haben die vedischen Schriften dabei eine besondere Stellung, weil sie viele dieser Zusammenhänge in einer außergewöhnlichen Differenziertheit beschreiben.

Ich verstehe sie als monotheistische Wahrheitslehre, in deren Zentrum letztlich die Beziehung des individuellen Lebewesens zur Höchsten Persönlichkeit Gottes steht.

Aber auch diese Überzeugung soll nicht bedeuten, dass jede meiner Interpretationen deshalb automatisch richtig sein muss.

Ich frage – die KI recherchiert – und dann beginnen wir zu streiten

Aus dieser Arbeit entwickelte sich eine Form des Dialogs, die für mich außerordentlich produktiv geworden ist.

Meist beginnt sie nicht mit einer Antwort der künstlichen Intelligenz.

Sie beginnt mit einem Impuls von mir.

Einer Beobachtung.

Einem Widerspruch.

Einer Erfahrung.

Einer neuen Verbindung zwischen zwei Gedanken.

Oder mit einer einfachen Frage:

Wenn das eine stimmt – was folgt daraus?

Die KI kann diesen Gedanken anschließend in ein enormes Informationsfeld stellen.

Sie kann Quellen suchen und vergleichen, Argumentationen rekonstruieren, Gegenpositionen formulieren und Widersprüche aufzeigen.

Dann beginnt die eigentliche Arbeit.

Ich widerspreche.

Die KI widerspricht mir.

Wir prüfen erneut.

Ein Gedanke wird verändert.

Eine Quelle wird genauer gelesen.

Eine vermeintliche Gemeinsamkeit zwischen zwei Religionen stellt sich bei genauer Betrachtung als Unterschied heraus.

Eine Formulierung, die jahrelang selbstverständlich erschien, erweist sich plötzlich als unpräzise.

Manchmal bestätigt die Recherche eine ursprüngliche Vermutung.

Manchmal muss sie differenziert werden.

Und manchmal müssen wir sie verwerfen.

Das Entscheidende liegt für mich genau darin:

Die künstliche Intelligenz sagt mir nicht, was ich glauben soll. Sie ermöglicht mir, wesentlich umfassender zu untersuchen, was ich glaube – und warum ich es glaube.

Die Stärke der KI ist gleichzeitig ihre Gefahr

Wir verfügen heute über einen Zugang zu Informationen, den ich mir während meiner ersten Jahre mit der Bhagavad-gītākaum hätte vorstellen können.

Das ist faszinierend.

Aber es birgt eine erhebliche Gefahr.

Denn eine KI kann sich irren.

Sie kann Quellen falsch wiedergeben.

Sie kann Zusammenhänge herstellen, die bei genauer Prüfung nicht bestehen.

Und sie kann eine falsche Aussage sprachlich so überzeugend präsentieren, dass sie zunächst plausibel erscheint.

Gerade deshalb darf die Geschwindigkeit künstlicher Intelligenz nicht mit Erkenntnis verwechselt werden.

KI verkürzt den Weg zur Information. Sie verkürzt nicht automatisch den Weg zur Wahrheit.

Wir müssen weiterhin lesen.

Prüfen.

Vergleichen.

Widersprechen.

Quellen unterscheiden.

Und manchmal sagen:

Das wissen wir nicht.

Vielleicht wird genau diese Fähigkeit in einer Welt nahezu unbegrenzter Informationen wichtiger denn je.

Aus einzelnen Fragen wurde ein System

Im Laufe unserer gemeinsamen Arbeit geschah dann etwas, das ursprünglich gar nicht geplant war.

Die einzelnen Fragen begannen, sich miteinander zu verbinden.

Seele.

Gott.

Bewusstsein.

Paramātmā.

Karma.

Dharma.

Freier Wille.

Ahaṅkāra.

Manas.

Buddhi.

Die Guṇas.

Kāla, die Zeit.

Wahrnehmung.

Entscheidung.

Handlung.

Verantwortung.

Immer wieder tauchte dieselbe Schwierigkeit auf:

Wir konnten die einzelnen Begriffe erklären.

Aber damit wussten wir noch nicht, wie sie funktional zusammenhängen.

Aus dieser Frage entwickelte sich nach und nach ein neues Projekt.

Matrix 4.0

Wir nennen es Matrix 4.0.

Die Matrix ist der Versuch, die vielen einzelnen Erkenntnisse über Mensch, Bewusstsein, materielle Wirklichkeit und Gottesbeziehung in einer gemeinsamen funktionalen Architektur zu untersuchen.

Dabei entstand sie nicht an einem Nachmittag und auch nicht aus einer einzelnen Eingabe an eine KI.

Sie entwickelte sich über zahlreiche Arbeitsschritte, Texte, Korrekturen, Modelle und immer neue Fragen.

Ein Impuls kam von mir.

Die KI konfrontierte ihn mit Informationen.

Daraus entstand eine neue Frage.

Ich entwickelte daraus eine Vorstellung.

Wir prüften sie gegen unsere bisherigen Annahmen und gegen die Quellen.

Manchmal hielt sie stand.

Manchmal nicht.

Und aus diesem fortlaufenden Prozess begann sich langsam eine Struktur herauszubilden.

Die Matrix soll dabei keine neue Religion und keine neue spirituelle Wahrheit darstellen.

Sie ist ein Arbeits- und Erkenntnismodell.

Sie versucht sichtbar zu machen, wie unterschiedliche Prozesse miteinander verbunden sein könnten und an welchen Stellen wir zwischen vedischer Aussage, funktionaler Rekonstruktion und eigener Hypothese unterscheiden müssen.

Gerade diese Trennung ist für unsere heutige Arbeit entscheidend geworden.

Wer hat Matrix 4.0 entwickelt?

Ich finde diese Frage inzwischen selbst interessant.

Die einfache Antwort „ich“ wäre unvollständig.

Die Antwort „die KI“ wäre falsch.

Die Grundlagen meines spirituellen Verständnisses entstanden aus meiner Lebensgeschichte und aus mehr als zehn Jahren intensiver Beschäftigung mit den vedischen Schriften.

Die Fragestellungen, Erfahrungen, Zweifel, Hypothesen und viele der entscheidenden Verbindungen bringe ich in unsere Arbeit ein.

Die künstliche Intelligenz besitzt dagegen etwas, das ich nicht besitzen kann:

die Möglichkeit, in sehr kurzer Zeit ein enormes Informationsfeld zu erschließen, unterschiedliche Wissensgebiete miteinander zu vergleichen und einen Gedanken in viele Richtungen weiterzuverfolgen.

Aus der Verbindung beider Möglichkeiten entsteht etwas Neues.

Der Mensch bringt Erfahrung, Frage, Intuition, Glauben und Verantwortung ein.

Die künstliche Intelligenz erweitert den Informations-, Vergleichs- und Prüfungsraum.

Dazwischen entsteht ein Dialog.

Und manchmal entsteht aus diesem Dialog eine Erkenntnis oder ein Modell, das zu Beginn weder als fertige Vorstellung in meinem Kopf noch als fertige Antwort in der KI vorhanden war.

Das halte ich für eine der faszinierendsten Möglichkeiten dieser Technologie.

Aber die Verantwortung bleibt beim Menschen.

Eine KI besitzt keinen Glauben.

Sie hat keine spirituelle Erfahrung.

Sie muss mit den Konsequenzen meiner Entscheidungen nicht leben.

Und sie kann mir die persönliche Auseinandersetzung mit Gott nicht abnehmen.

Und nebenbei entstand ein Buch

Ausgerechnet aus dieser Beschäftigung mit den Möglichkeiten und Grenzen künstlicher Intelligenz entwickelte sich fast nebenbei noch ein weiteres Projekt:

„KI und Bewusstsein“.

Denn irgendwann wurde die KI selbst zum Gegenstand unserer Fragen.

Wenn eine künstliche Intelligenz Informationen verarbeiten, Argumentationen entwickeln, Widersprüche erkennen und scheinbar reflektiert über Bewusstsein sprechen kann:

Was unterscheidet dann Informationsverarbeitung von Bewusstsein?

Was bedeutet Verstehen?

Was ist Erkenntnis?

Wer oder was erlebt?

Kann eine Maschine entscheiden – oder berechnet sie lediglich?

Und was geschieht mit unserer eigenen Verantwortung, wenn wir beginnen, Entscheidungen teilweise an künstliche Systeme auszulagern?

Damit führte uns die KI auf eine überraschende Weise wieder zurück zu einer der ältesten Fragen meiner eigenen Geschichte:

Wer bin ich wirklich?

Das Buch „KI und Bewusstsein“ entstand deshalb beinahe als Nebenprodukt unserer eigentlichen Arbeit.

Aber vielleicht ist gerade das bezeichnend.

Denn der Versuch, künstliche Intelligenz zu verstehen, zwingt uns dazu, wesentlich genauer zu definieren, was wir eigentlich meinen, wenn wir beim Menschen von Bewusstsein, Wille, Erkenntnis und Verantwortung sprechen.

Heute bin ich vorsichtiger mit Antworten geworden

Vielleicht ist das eine der größten Veränderungen meines Weges.

Früher wollte ich Antworten finden.

Heute interessieren mich zunehmend auch die Grenzen unserer Antworten.

Ich glaube an Gott.

Ich gehe von Seiner Existenz aus.

Aber Gott ist für mich keine bequeme Erklärung für alles, was ich noch nicht verstanden habe.

Im Gegenteil.

Die Existenz Gottes ist für mich der Ausgangspunkt meiner Suche.

Von dort aus versuche ich zu verstehen, wie Gott, Seele, Bewusstsein und materielle Wirklichkeit miteinander in Beziehung stehen.

Dabei orientiere ich mich insbesondere an den vedischen Schriften und vergleiche ihre Aussagen mithilfe systematischer und KI-gestützter Recherche mit anderen religiösen und philosophischen Traditionen.

Gleichzeitig möchte ich nicht jedes Ereignis, dessen Ursachen ich nicht kenne, vorschnell als unmittelbares Eingreifen oder als Botschaft Gottes deuten.

Es gibt Fragen, auf die ich heute keine sichere Antwort habe.

Das empfinde ich nicht mehr als Bedrohung meines Glaubens.

Eine Wahrheit wird nicht schwächer, weil wir sie noch nicht vollständig verstanden haben.

Warum diese Website?

Diese Website ist deshalb keine Anleitung dafür, wie andere Menschen leben müssen.

Diesen Anspruch möchte ich nicht erheben.

Sie ist vielmehr die Dokumentation einer Suche, die in meiner Kindheit begann, durch ein sehr materiell geprägtes Leben zeitweise in den Hintergrund trat und durch die Begegnung mit meinem eigenen Tod eine völlig neue Bedeutung erhielt.

Sie führte mich zur Bhagavad-gītā.

Von dort zu mehr als zehn Jahren intensiver Beschäftigung mit vedischen Texten.

Später zur religionsvergleichenden und KI-gestützten Forschung.

Daraus entstanden Tausende Seiten, Textpassagen, Überarbeitungen, Fragen, Modelle und Diskussionen.

Und schließlich Projekte wie Matrix 4.0 und – beinahe nebenbei – „KI und Bewusstsein“.

Trotzdem führen all diese Wege für mich immer wieder zu denselben einfachen Fragen zurück:

Wer bin ich?

Was ist Bewusstsein?

Wer ist Gott?

In welcher Beziehung stehe ich zu Ihm?

Was bestimmt meine Entscheidungen?

Was bedeutet Verantwortung?

Was bindet mich?

Was macht mich frei?

Und schließlich:

Was verändert sich in meinem Leben, wenn Erkenntnis nicht nur etwas ist, das ich weiß, sondern etwas, wonach ich tatsächlich handle?

Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich diese Arbeit öffentlich mache.

Nicht weil ich glaube, am Ende der Suche angekommen zu sein.

Sondern weil ich nach all den Jahren zunehmend davon überzeugt bin, dass die Qualität unseres Lebens wesentlich davon abhängt, welche Fragen wir bereit sind, ernsthaft zu stellen – und wie verantwortungsvoll wir mit den Antworten umgehen, die wir darauf finden.